Hafen Enge Beiz - Zürich | Presse

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NZZ Artikel: Feriale Brise in der Enge


Urs Bühler 13. Juli 2011

Die "Hafen-Enge-Beiz" am linken Zürichseeufer ist ein wunderbar unaufgereger Ort zum Verweilen. Während man in eine Wurst beisst, dankt man dem Himmel dafür, dass die Pläne der Stadt Zürich für einen teuren Ersatzneubau zumindest auf Eis gelegt worden sind: Der Betrieb darf bis mindestens 2016 in dieser Form weiterexistieren.

Dieser Tage, da sich viele reif für ferne Strände fühlen, suchen wir daheim nach Ferienstimmung. Am ehesten werden wir am Wasser fündig, etwa bei der «Hafen-Enge-Beiz» an Zürichs linkem Seeufer. Verträumt schaukeln vor den Augen der Gäste vertäute Segelschiffe, auf dem Parkplatz nebenan rasten Reisecars wie an Touristenorten.

Einst als Milchausgabestelle konzipiert, dient ein kleiner Flachbau in Stadtbesitz heutzutage als Kiosk mit Café und Imbiss im Freien. Vor wenigen Jahren erklärten die Stadtoberen zwar Gebäude dieser Art für passé und kündigten den Ersatz durch einen Normbau an, wie er heute in Form der benachbarten Bootsvermietung zu ertragen ist. Zum Glück scheiterte im Falle der «Beiz» der gesalzene 2,7-Millionen-Franken-Kredit an politischem Widerstand. Nun darf das totgesagte Häuschen von schmucker Schlichtheit zumindest ein paar Jährchen weiterleben. Geführt wird dieser Sommerbetrieb seit 2007 von Eva Germann, die mit ihrer Kollegin seit 2002 schon ein Pendant am Bürkliplatz pachtet. Ihr Vertrag für die Enge ist jüngst bis 2016 verlängert worden. Das hat sie sich redlich verdient.

Die 75-plätzige Terrasse ist liebevoll gestaltetet, ohne hochgezüchtet zu sein. Zwischen rote Sonnenschirme hat sich ein fernöstlich inspiriertes Exemplar geschmuggelt – nicht das einzige Mahnmal gegen Einheitsbrei. Overalls mischen sich mittags vor der Theke und dem Gasgrill unter Krawatten. Dort erwartet uns auch um halb eins noch eine Schlange, doch wird sie so speditiv verkürzt, dass wir nach einer Viertelstunde alles Bestellte zu Tische tragen. Das um einen Spiess gewickelte Rindfleisch, dünn geschnittener Hohrücken (Fr. 16.50), wird mit Cole-Slaw serviert, der wie die feinen Antipasti (ab Fr. 9.50) als hausgemacht gilt. Frikadellenartige «Hacktätschli» (Fr. 8.50) schmecken, die mit stattlicher Marge veräusserte «Bürkliwurst» (Fr. 8.–) sowieso: Der Liebhaber entlarvt sie als Wiediker Würstli der Metzgerei Keller, etwas vom Allerbesten für Fans kräftiger Schweinsbratwürste. Abstriche gibt es dafür, dass fast alle Grilladen zwischen die gleichen, eher laschen Baguette-Hälften geklemmt sind. Doch selbst einen profillosen Espresso (Fr. 4.–) nimmt lächelnd in Kauf, wer ein Gesamtpaket so stimmig findet.

Hafen-Enge-Beiz, Mythenquai 21, 8002 Zürich, März bis Oktober täglich, Vollbetrieb jedoch nur bei gutem Wetter.

Aktuell

Ab 1. März täglich bei schönem Wetter geöffnet

Wir haben jeden Tag ab 8.30  bis Sonnenuntergang geöffnet. 
Das ganze Hafen-Enge Team freut sich auf Sie.